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Abschmierdienst/Nippelschmierung wie oft? 5 Jahre 10 Monate her #119692

  • schreyhalz
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Moin Moin !

genau , die Mutter 14. An dieser hängt praktisch die gesamte Radlast ! Oder anders gesehen die gesamte Federspannung !

Da geht es nur darum den konischen Achsschenkelbolzen aus seiner Führung im Traggelenk zu lösen, richtig?

Richtig ! Die Federspannung hilft dabei! Deswegen die Mutter 14 nicht abschrauben , die fängt dann den Querlenker und die Federspannung auf.

Also mit dem Hammer auf die eben beschriebene Mutter (14) von unten nach oben, oder hab ich das falsch verstanden

Ja! Damit vermackst du das Gewinde und zerstörst womöglich den gesamten Achsschenkelbolzen.
Du schlägst auf das Traggelenk , und zwar den Teil , worin der Bolzen klemmt. Also auf den runden Teil über der Mutter 14, damit man da halbwegs rankommt, muss das Ankerblech entfernt sein. Auf der gegenüberliegenden Seite mit schwerem Teil ( Dicker Hammer) gegenhalten , damit ergeben sich Prellschläge, die den Sitz im Konus lösen.

Im WHB gibt es ein Werkzeug

kann ich nichts zu sagen , in meinem WHB steht davon nichts und ich habe es auch nie vermisst , da man im Schraubstock ja den Achsschenkelbolzen selber als Hebel hat.

Sorry, wenn ich so dumm frage,

Es gibt keine dummen Fragen!

Du meinst diese Scheiben hier in diesem Bild, richtig

Richtig ! Irgendwie muss ja der Achsschenkel sich drehen können bei Lenkbewegungen. Gleichzeitig lastet auf dem Lager auch die Radlast , d.h. es steht unter ziemlich hohen Druck. Gerne werden daher diese Lager auch als Rollenlager / Nadellager ausgeführt. Bei DB wurde hier gespart , es ist ein einfaches Gleitlager. dazu allerdings gleiten hier gehärtete Scheiben besonderer Oberflächengüte aufeinander , ein kleiner Stift im ASB verhindert das Verdrehen der obersten Scheibe und Aussparungen sorgen für eine Fettfüllung. eigentlich ist das aber selbsterklärend , wenn man sich den Kraftfluss der Radlast vor Augen hält.
Die Scheiben Nr. 5 gibt es in verschiedenen Stärken und Anzahl , damit wird das Höhenspiel des Achsschenkels auf dem Bolzen eingestellt.

Mfg Volker
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Abschmierdienst/Nippelschmierung wie oft? 5 Jahre 10 Monate her #119697

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Vielen Dank Volker für die ausführlichen Antworten.
Habe dir nochmal eine persönl. Nachricht geschrieben..

Gruß
Bernd

Abschmierdienst/Nippelschmierung wie oft? 5 Jahre 10 Monate her #119701

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Hallo Volker,
danke vielmals für deine hilfreichen Tipps.
Ich lese natürlich auch viele Beiträge im vdh Forum, um mich schlau zu machen.
Dort wird mehrmals eindringlich davor gewarnt, ohne ordentlichen Federspanner an den Achsschenkeln zu arbeiten. Das sei viel zu gefährlich, wenn einem die Feder mal um die Ohren fliegt. Es wurde von einem Unfall bei einer solchen Arbeit berichtet.
Du sagst ja auch, dass man das Auto sicher hochbocken und den unteren Querlenker ganz sicher abstützen muss. Ich hab schon ordentlich "Muffe", dass ich da was falsch machen könnte und ich mich da leichtsinnig in Gefahr begebe. Bin nicht der Profi-Schrauber und will nur daran arbeiten, wenn ich mir sehr sicher bin, dass nix passieren kann dabei.
Auch liest man in den vdh-Beiträgen von gescheiterten Versuchen, die Gewindehülse aus dem Achsschenkelbolzenkopf zu bekommen und es wird empfohlen, gleich ein Neuteil zu nehmen. Das kostet bei db-Depot 85€. Klar, dann muss man das mit einer Reibahle honen, das wird auch beschrieben. Da kommt eins zum anderen und man könnte auch gleich ein neues Radlager für 20 € spendieren, wenn man schon alles einmal offen hat.
Was meinst du dazu?
Gruß, Bernd

Abschmierdienst/Nippelschmierung wie oft? 5 Jahre 10 Monate her #119712

  • schreyhalz
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Moin Moin !

Dort wird mehrmals eindringlich davor gewarnt, ohne ordentlichen Federspanner an den Achsschenkeln zu arbeiten. Das sei viel zu gefährlich, wenn einem die Feder mal um die Ohren fliegt


Das ist durchaus ernst zu nehmen. Die Feder der VA hat eine hohe Vorspannung und längt sich extrem unter Entlastung. Daher schrieb ich , dass der untere Querlenker möglichst weit aussen, aber nicht unter dem Traggelenk hochgebockt werden sollte. Etwa unter den Befestigungsmuttern des Stossdämpfers. Die Feder sitzt ja auf dem unteren Querlenker und stützt sich oben im Achskörper ab. Wird das Fzg auf einer Bühne hochgehoben , dass die Räder frei sind, drückt die Feder den unteren Querlenker nach unten , bis über den Achsschenkelbolzen der obere Querlenker den Weg begrenzt, Würde jetzt der ASB aus dem Traggelenk gelöst werden , so würde die Feder den unteren Querlenker weiter nach unten drücken , bis sie aufgrund der dabei vollführten Kreisbewegung des Lenkers herausspringt ..... , wenn nicht da noch 2 Bauteile wären , die das verhindern. Zum einen der Stabi , der aber ist , wenn auch das andere Rad nach unten hängt , wenig hilfreich. Aber der Stossdämpfer hat ebenfalls einen inneren Anschlag und dieser verhindert, dass der untere Querlenker zu weit nach unten bewegt werden kann. Das Ganze kann also nur dann gefährlich werden , wenn die Achse ausgebaut oder wenigsten der Stossdämpfer lose ist.
Und wer ganz auf Nummer sicher gehen will , der steckt einfach von unten ein stabiles Rohr in den Querlenker durch die Feder.
Ich habe mir damals , da ich auch ausgebaute Achsen zerlegt habe und ein Zentralspanner ausserhalb meiner finanziellen Reichweite lag, einen solchen selber gebaut.Einfach eine Gewindestange M18 , 2 Muttern M18 (Schlüsselweite 27 mm ) und eine passende Unterlegscheibe gekauft , eine Mutter auf ein Ende gedreht und dort verschweisst. Dann aus einer mir zugänglichen Schrotttonne einer grossen Schlosserei eine Platte aus 3 oder 4 mm Stahl herausgezerrt , daraus eine Platte ca. 200 x 120 mm geflext. Diese Platte bei fast der Mitte der längeren Seite mit 13 mm durchbohrt ( grösser konnte ich nicht) , dann noch mittig 2 Bohrungen 9 mm links und rechts der Mittellinie. Dann mit der Flex etwa 10 mm längs der Mittellinie von der schmalen Seite aus zu den 9 mm Löchern her eingeschnitten , so dass das 13 mm Loch auf der gegenüberliegenden Seite lag. Dann mit Schleifstiften und Schruppscheibe die Löcher verbunden , so dass ein U-förmiger Ausschnitte in der Platte bis etwas über die Mitte entstanden war, der etwa 20 mm breit war.
Aus dem Rest der Platte schnitt ich mir noch eine zurecht , die deutlich grösser als das Loch im unteren Querlenker war. Diese Platte versah ich (zwangsläufig wieder umständlich mit etlichen kleinen Bohrlöchern) mittig mit einem Loch von ca. 20 mm.
Funktioniert fast so bequem wie der Zentralspanner , den ich mir wesentlich später mal gekauft habe.
Man steckt die Gewindestange mit der aufgeschweissten Mutter nach oben von unten durch das Loch im Querlenker und schiebt die geschlitzte Platte durch eine möglichst weit oben liegende Federwindung, so dass die Mutter oberhalb der Platte ist und die Stange durch die Platte am Herunterfallen gehindert wird. Von unten steckt man dann die andere Platee auf die Gewindestange, die Scheibe auch und dann kann man mit der zweiten Mutter von unten die feder zusammenziehen . Sollte sich die Gewindestange mitdrehen, kann man mit einem 27er Maulschlüssel die festgeschweisste Mutter arretieren.
dabei ist zu bedenken: Wir gehen ja bei der Bemessung der Bauteile davon aus , dass die feder eingebaut ist. Also muss zum Ausbau oder einfach nur zur Sicherung die Feder kaum zusammengezogen werden , sondern eigentlich nur die jetzige Länge festgehalten werden.
Aber : Zum Ausbau muss sie völlig entspannt werden , also muss die Gewindestange nach unten aus dem Querlenker sehr weit herausragen ! ich übertreibe nicht , wenn ich sage , die Feder der VA ist ausgebaut fast doppelt so lang wie eingebaut! Daher die Gewindestange ( üblicherweise 1 m lang) nicht voreilig kürzen!
Man kann natürlich auch einen Federspanner kaufen , aber damals gabs weder I-Net noch billige beim Werkzeughöker.
mal schnell gegurgelt:
www.ebay.de/itm/Innenfederspanner-Merced...b:g:s4oAAOSwBNtbBXpl

okay , bei dem Preis vergesst alles , was ich über den Selberbau geschrieben habe! Ich habe für meinen noch ca. 130 E bezahlt , damals in den 80er Jahren rief der Höker gute 1100 DM auf und etliche Monate Bestellfrist, für mich als Student völlig indiskutabel. Der selbstgebaute hat mich nen 10er und vielleicht eine oder 2 Stunden Arbeit gekostet , die Schlosserei hatte sowohl die Gewindestange und Muttern auf Lager und auch den grossen Schrottcontainer , an dem ich mich immer bedienen durfte , sowohl was meine Entsorgung als auch die Besorgung betraf. Und war mein unmittelbarer Nachbar!

Auch liest man in den vdh-Beiträgen von gescheiterten Versuchen, die Gewindehülse aus dem Achsschenkelbolzenkopf zu bekommen und es wird empfohlen, gleich ein Neuteil zu nehmen. Das kostet bei db-Depot 85€


Äh , nee , ist nicht richtig! Dafür gibt es den Achsschenkel neu ! Nur ist darin die Gewindebuchse nicht enthalten! Du brauchst also zusätzlich den Rep.satz Querlenker aussen oben" für 42,20 E. Sind also pro Seite schon fast 130 E , vermutlich kommt noch Versand hinzu.

lar, dann muss man das mit einer Reibahle honen,


Nein , das ist eine andere Arbeit , und zwar betrifft das den Austausch der Gleitbuchsen im Achsschenkel.

ich würde erstmal alles zerlegen und auf Verschleiss prüfen , es wird ja nicht darauf ankommen , dass das Fzg innerhalb weniger Stunden fertig ist.

MfG Volker

Abschmierdienst/Nippelschmierung wie oft? 5 Jahre 10 Monate her #119715

  • Leo110
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Da hast du natürlich Recht, den Rep.satz für die Gewindehülse hatte ich mir ja schon bestellt und in dem Preis nicht mit eingerechnet :P
Dann käme man mit dem neuen Achsschenkelbolzen tatsächlich auf ca. 130€ plus Versand.
Wenn man den aber neu macht (was ich ja jetzt auch nicht weiß, ob das nötig sein wird), dann kommt man um die Messing-Hülsen und das honen nicht drum herum.
Ja, das Beste wird sein, alles in Ruhe zu zerlegen, dabei die eigene Sicherheit gut zu beachten (werde so abstützen wie du beschrieben hast UND dazu zusätzlich noch einen Federspanner montieren als doppelten Hosenträger :cheer: ).
Und dann mal sehen, ob diese vermaledeite Gewindehülse aus dem ASB raus geht oder nicht ;)
Mal sehen, wann ich dazu komme. Werde hier berichten.
Dankeschön für die vielen Tipps und Grüße in den Norden
Bernd
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